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vom 12.07.2022, aktuelle Version,

Tiroler Volkskunstmuseum

Kreuzgang

Das Tiroler Volkskunstmuseum befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster neben der Innsbrucker Hofkirche, in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Es ist eines der fünf Häuser der Tiroler Landesmuseen.

Geschichte

1888 beschloss der Tiroler Gewerbeverein, in Innsbruck ein „Tiroler Gewerbemuseum“ zu errichten: Eine Vorbildsammlung, um dem durch die Industrialisierung bedrohten Tiroler Handwerk Anregungen und Orientierungshilfen zu geben, sollte geschaffen werden. Dementsprechend galt die ursprüngliche Sammeltätigkeit vor allem zeitgenössischen Erzeugnissen von handwerklich hoher Qualität.

Bald erweiterte man die Sammlungen um „Gegenstände alttirolischen Kunstgewerbes“ sowie um „Erzeugnisse tirolischen Hausfleißes“. 1903 wurde das Tirolische Museum für Volkskunst und Gewerbe gegründet, das in den Besitz der Handels- und Gewerbekammer überging. Nach langer Standortsuche übersiedelte man in das ehemalige Franziskanerkloster. 1926 übernahm das Land Tirol die Sammlungen mit der Auflage, ein öffentliches Museum zu errichten. Dieses wurde 1929 von Bundespräsident Wilhelm Miklas eröffnet.

2007 wurde das Tiroler Volkskunstmuseum gemeinsam mit dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in die Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H. eingegliedert. Die Gesellschaft wird von Wolfgang Meighörner geführt, der zugleich Direktor des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum ist. Wenig später wurde die Sammlung neu konzipiert und das Haus entsprechend umgebaut. Zum 80-jährigen Jubiläum des Museums wurde es am 18. Mai 2009 wiedereröffnet.

Leitung

Sammlungen

„Vogel Selbsterkenntnis“, ~Ende 17.  Jh.
Saltner“ (Weinberghüter) in Festtagstracht, 19.  Jh.

Der Großteil der Sammlungen wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg angekauft. Sammlungsgebiet war die historische Grafschaft Tirol, zu der neben dem heutigen Bundesland Tirol auch Südtirol, das Trentino und die heute zur italienischen Provinz Belluno gehörenden ladinischen Täler um die Dolomiten gehörten. Dieses Gebiet wird auch heute noch bei Ankäufen berücksichtigt. In den 1930er Jahren wurden Objekte aus dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum eingetauscht.

Die Gegenstände stammen aus bäuerlichen, vor allem aber aus bürgerlichen und adeligen Bevölkerungsschichten. Schwerpunkte sind Kunsthandwerk, Kunstgewerbe, Hausindustrie, Volksfrömmigkeit, Brauchtum (Masken und Trachten). Besonders bekannt ist das Museum für seine umfangreiche Sammlung von Weihnachts- und Osterkrippen sowie für seine Stuben, die zumeist aus adeligem Umfeld stammen.

Umgestaltung 2009

Anhand eines neu erarbeiteten Konzepts wurde die Ausstellung umgestaltet und 2009 neu eröffnet. Besucher bekommen Informationen zu ausgewählten Objekten seither mittels Personal Digital Assistants. Luzifer, die schillernde Figur aus dem Nikolausspiel, verführt seither durch die Ausstellung: Als hinterfragender Provokateur, der neue Sichtweisen eröffnet.

Ein Bereich im ersten Stock, über dem Kreuzgang, nennt sich Pralles Jahr und zeigt einen Zyklus kirchlicher Feste, Volksbräuche, Feiern und Arbeiten im Jahreslauf. Die Schau Prekäres Leben im zweiten Stock zeigt den Umgang früherer Gesellschaften mit Leid, Mühen und Ängsten des Lebens, die Bewältigung des Alltags durch Segen und Magie, Bitte und Dank. Eine besondere Studiensammlung befasst sich mit den Bereichen Hausindustrie, Arbeit, Hab und Gut und Erben. Unter dem Motto Sein und Schein spürt ein nach historischen Vorbildern rekonstruiertes Fotostudio der romantischen Verklärung der Volkstracht nach: 48 handgeschnitzte Figurinen vermitteln Einblick in die Idealisierung einer um 1900 im Alltag bereits abgelegten Kleidung.

Eine Multimediaschau befasst sich jetzt mit der an das Museum anstoßenden Hofkirche, und ein wieder geöffneter früherer Zugang vom Kloster zum Lettner der Kirche verbindet die beiden Gebäude inhaltlich.

Das Erdgeschoß widmet sich wie früher hauptsächlich den Krippen. Unverändert blieben auch die bis 1929 eingebauten getäfelten Stuben aus der Gotik, der Renaissance, dem Barock und dem Rokoko im ersten und zweiten Stock.

Commons: Tiroler Volkskunstmuseum  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Eigenes Werk, basierend auf: Wappen at innsbruck.png
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Cloister of former Innsbruck Franciscan monastery, now Tiroler Volkskunstmuseum (Tyrolean Regional Heritage Museum) and the entrance to the museum. The monastery was established to care for Hofkirche and the en:cenotaph of Maximilian I, Holy Roman Emperor . Eigenes Werk User:Javier Carro
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This painting (oil on wood) from the last third of the 17th century alludes to the popular proverb "Nimm dich selbst bei der Nase" ("take yourself by your nose"). It's also called "Vogel Selbsterkenntnis" (Bird of self-knowledge) and exists in several samples (three, at least, in that same museum). Inscription: Zieeh sich ein yeydts selbst bey Der nasn -- Waß Dich nit Prendt Thue auch nicht Plasn. Hochdeutsch: "Ziehe jedermann ein yedts ist sächlich und bedeutet beide/alle drei Geschlechter sich selbst an der Nasen Was Dich nicht brennt sollst Du auch nicht blasen =: 'das Brennen durch Beblasen verringern wollen'; wörtlich: "tue es auch nicht blasen"." Picture taken at the Tiroler Volkskunstmuseum ( User:Javier Carro , 26. August 2006 Unidentified painter
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Datei:Nimm dich selbst by der Nase.JPG
Saltner (Weinhüter, Südtirol) in Festkleidung. 19. Jh. Das als übliche Ausrüstung mitgeführte schmiedeeiserne Kreuz zu seinen Füßen ( Hexenkreuz oder Kreuzeisen genannt, s. v. Hörmann ) bedeutete nicht nur göttlichen Schutz, sondern wurde auch als Waffe genutzt (laut Beschreibungstext in der Vitrine). Literatur: Stadt Bozen (Hrsg.): Masken, Saltner und Vogelscheuchen. Ausstellungskatalog, 2001, und Halbritter, Roland: Saltner - Weinberghüter - Touristenschreck - Vogelscheuche - Papageno - Alpenindianer. "Ihm geben Kreizer a comprar tabacco; dann still sein, gut Freund". In: Der Schlern 79 (2005), Heft 8/9, S.88-104. Siehe beispielsweise auch sagen.at Ludwig von Hörmann, 1872. Picture taken at the Tiroler Volkskunstmuseum User:Javier Carro
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Datei:Saltner der Weinberger in Festkleidung 19 Jahrhundert.jpg